Ein Dankeschön an einen treuen Leser

Vor etwas mehr als vier Jahren hat mir mein Bloggerkollege Mike Speier auf seinem Blog dieses Dankeschön an einen treuen Leser gewidmet. Darüber habe ich mich sehr gefreut und ich freue mich auch heute noch darüber, weil Blogs von Kommunikation leben – Kommunikation = Kommentaren. Darum möchte ich den folgenden Auszug aus dieser Widmung hier zitieren:

Mach bitte weiter so, sonst würde etwas auf meinem Castle fehlen!

Und um ehrlich zu sein: Mir fehlen Eure Kommentare auf meinem Blog.

Seine Urkunde für mich:

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Mein erstes Müsli

Vor sehr vielen Jahren habe ich regelmäßig und gerne Müsli gegessen. Irgendwann hat es mir nicht mehr geschmeckt. Jetzt habe ich es wieder für mich entdeckt. Mein erstes Müsli bestand aus den folgenden Zutaten:

Joghurt
klein geschnittener Apfel
Milch

Wer findet den Fehler?
Mir hat das Müsli geschmeckt und darum ist mir der Fehler erst Stunden später aufgefallen, als ich die noch ungeöffnete Tüte Müsli im Schrank sah.

Ein toller Lehrer

Während meiner Gymnasialzeit hatte ich über mehrere Jahre einen Klassenlehrer, den ich nicht nur fachlich sehr geschätzt habe, sondern vor allem auch menschlich. Er verfügte über eine Sozialkompetenz und Fairness, die ich in jenen Jahren bei den meisten Lehrern vermisst habe.

Dank seiner Sozialkompetenz stimmten seine Worte grundsätzlich mit seinen Taten überein. Er war sehr geduldig und tolerant. Wenn ich mal wieder zu vorlaut gewesen war und er mir mit Nachdruck Konsequenzen androhte, wenn ich nicht aufhören würde, habe ich aufgehört, weil ich wusste, dass er seinen Worten Taten folgen lassen würde.

In jener Zeit war ich ein schwieriger Schüler. Irgendwann beschloss dann die Lehrerkonferenz, dass es besser sei, mich von der Schule zu nehmen und beauftragten meinen Klassenlehrer, das meinen Eltern zu empfehlen. Diesem Beschluss ist er auf eigene Verantwortung nicht nachgekommen, weil er fest davon überzeugt war, dass es das „Allerschlechteste“ für mich gewesen wäre, mich von der Schule zu nehmen.

Erst Jahre später hat mir dieser Klassenlehrer bei anderer Gelegenheit davon erzählt. Und ich war ihm sehr dankbar für seine Tat. Denn ich spürte sehr deutlich, dass er eine ausgeprägt menschliche Entscheidung getroffen hatte, weil allein bei dem Gedanken an einen Schulwechsel mein Herz in die Hoste rutschte.

Glücklichsein in Armut?

Viele Jahre habe ich mein fehlendes Glück auf meine Arbeitslosigkeit geschoben. Diese Jahre bedeuteten (und bedeuten heute noch) ein Leben unterhalb der Armutsgrenze. Ich kann mir materiell herzlich wenig leisten, um nur Kultur, Reisen und Essen gehen zu erwähnen. Es hat lange – im Grunde genommen viel zu lange – gedauert, bis dass ich erkannt habe, dass Glücklichsein wesentlich mit inneren Werten zu tun hat und mit Menschen, die mir zugetan sind:

~ Die ehrenamtlichen Menschen, die ich betreue, geben mir immer wieder ihre Anerkennung und Dankbarkeit und ihre Lebenserfahrungen.
~ Ich habe einige wenige Freunde, auf die ich mich verlassen kann.
~ In fast zwei Jahrzehnten habe ich lernen müssen, dass Glücklichsein auch in Armut möglich ist. Und das bedeutet häufig auch Kämpfen.
~ Ich habe viele Lebenskrisen gemeistert.
~ Ich habe eine schöne Wohnung.
~ Ich bin schuldenfrei.
~ Ich kann mir den kleinen Luxus einer täglichen Tasse Kaffee und hin und wieder eines Stücks Torte in einem Café gönnen.

Meine finanzielle Lage wird sich auf absehbare Zeit nicht verändern: die jährliche Rentenerhöhung wird zu 100% mit meiner Grundsicherung verrechnet. Und die Suche nach einer geringfügigen Beschäftigung habe ich aufgeben müssen.

Mein Denken versuche ich, zunehmend darauf zu programmieren, das Negative immer weiter in den Hintergrund und das Positive immer weiter in den Vordergrund zu holen.

Ruhe und Hektik

Die ersten Jahrzehnte meines Lebens mit meiner Schul- und Studienzeit, mit regelmäßigem Sport, Beruf und politischem Engagement habe ich als wesentlich ruhiger und aufbauender empfunden als die letzten von Arbeitslosigkeit und sozialem Abstieg geprägten Jahrzehnte. In jenen Jahren hatte ich – so widersprüchlich das klingen mag – mehr Zeit für mich und meine Mitmenschen als heute.

Für mich waren früher die zwischenmenschliche, soziale und wirtschaftliche Lage tatsächlich besser als heute. Leider habe ich auf diesem Weg irgendwann und -wo die Abbiegespur Richtung zufriedene Zukunft nicht gesehen. Und in meinem heutigen Alter (67) fällt das Abbiegen ein ganzes Stück schwerer.

Mich in meinem Charakter zu ändern macht keinen Sinn. Entwicklung im Sinne von geistiger und seelischer Beweglichkeit hingegen halte ich für äußerst vernünftig.

Schreibwerkstatt

Schon seit längerem komme ich mit der Pflege meines Gedankenbuches nicht weiter. Es fehlt mir nicht an Themen, aber an der Fähigkeit, sie zu Papier zu bringen. Da meine Inhalte sich von Politik ziemlich weit weg hin zu zwischenmenschlichen und gefühlsmäßigen Themen entwickelt haben, fällt es mir besonders schwer, diese Inhalte sachlich, klar und verständlich zu formulieren.

Darum habe ich mich für einen Kurs Schreibwerkstatt in der Volkshochschule entschieden. Die Kursbeschreibung klingt viel versprechend:

In diesem Kurs werden die Teilnehmenden dazu angeleitet, Erlebtes oder Erfundenes schreibend umzusetzen. Neben Aufgaben zu Form und Stil steht daher die ausführliche Besprechung der entstandenen Texte im Vordergrund. Dabei wird auf die Eigenheit jeder einzelnen Geschichte oder jedes Gedichtes individuell eingegangen. Das Ziel des Unterrichts ist nicht die Schaffung eines gemeinsamen Stils, sondern die Vermittlung von handwerklichen Fähigkeiten und die Schärfung der eigenen Kritikfähigkeit.

Mach das, was Du am besten kannst.

In den Jahren meiner langen Arbeitslosigkeit hat mich immer wieder ein Satz begleitet: „Nimm den Job, den du kriegen kannst – egal, ob er deinen Interessen entspricht oder nicht.“ Nur in sehr wenigen Fällen war es mir möglich, den anderen von der Sinnlosigkeit dieses Satzes zu überzeugen: Kein Arbeitgeber will einen Mitarbeiter, der seinem Profil nicht entspricht. Und kein Bewerber kann einen Arbeitgeber dauerhaft davon überzeugen, dass er dessen Profil entspricht, obwohl er es nicht tut.

In einem Interview in der Rheinischen Post (Ausgabe vom 26.02.2018) mit dem Düsseldorfer Physikprofessor und Gründer des Biotech-Unternehmens Qiagen, Detlev Riesner (76), sagt er unter anderem:

Wenn junge Menschen den Düsseldorfer fragen, was sie werden sollen, rät er auf Inhalte und nicht auf Verdienstmöglichkeiten zu schauen: „Mach das, was du am besten kannst, nur dann entwickelst du Leidenschaft – wenn es Naturwissenschaften sind, umso besser.“

Seit meiner Rente bewerbe ich mich nicht mehr und weiß daher auch nicht, wie hoch die Chancen auf eine berufliche Zukunft sind, wenn man sich auf „Inhalte“ bewirbt statt auf „Verdienstmöglichkeiten“. Steht nicht gerade heute mehr als noch vor zehn Jahren ein guter Verdienst mehr im Mittelpunkt als ein Tätigkeit auf Grund der eigenen Interessen?