Wie pflege ich mein Blog Gerhards Gedankenbuch?

Heute möchte ich ein wenig darüber erzählen, wie ich mein Gedankenbuch pflege. Die Zusammenfassung habe ich schon im Untertitel beschrieben:

Meine Gedanken zu den verschiedensten Themen des Lebens – engagiert, parteiisch, persönlich, authentisch und für Menschen, die sich eigene Gedanken machen.

Meine Artikel sind grundsätzlich aus meiner persönlichen Sicht. Sie sind keine wissenschaftlichen Abhandlungen. Sie sind parteiisch, weil sie sich – wie bereits erwähnt – aus meinen persönlichen Erfahrungen und Lebenseinstellungen ergeben. Sie sind immer engagiert und ich hoffe, dass ich mich verständlich ausdrücke und niemandem zu nahe trete, was ganz und gar nicht meine Absicht ist. Sie sind ehrlich und manchmal widersprüchlich, weil ich nicht immer so geradlinig bin, wie ich es mir gerne wünschen würde. Ich arbeite dran.

Die Themen ergeben sich aus meinem Alltag, ich plane sie nicht. Sie kommen mir während meines Alltags und schreibe sie mir erst einmal auf. Fast täglich schaue ich in diese Liste und überlege, über welches Thema ich Lust habe zu schreiben. Die Entwürfe schreibe ich im Windows-Editor und lese sie gegen, bevor ich sie in mein Gedankenbuch kopiere und sie dort weiter bearbeite (Textlinks und Formatierungen setze). Vor dem Veröffentlichen lese ich sie nochmals gegen. Übersehene Fehler bitte ich großzügig zu übersehen.

Abschließend noch eine Bitte: Scheut Euch nicht, Eure Meinungen zu kommentieren. Sachliche Kommentare schalte ich grundsätzlich frei. Jeder soll so schreiben, wie ihm „der Schnabel gewachsen“ ist. Da bin ich nicht kleinlich.

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67 – und kein bisschen weise

Da bin ich jetzt schon 67 jung an Jahren und immer noch kein bisschen weise:

* Ich habe keinen Baum gepflanzt.
* Ich habe kein Haus gebaut.
* Ich habe kein Kind gezeugt.
* Ich habe keine Familie gegründet.
* Ich verfüge nicht im Geringsten über die Weisheit des Alters.
* Meine innere Ruhe ist die eines flippigen Teenagers.
* Mein beruflicher Werdegang wird es auch nicht auf den roten Teppich schaffen.

Sei´s drum! Ich bin Mensch geblieben mit vielen Höhen und Tiefen. Und das in allererster Linie zählt!

Um Vergebung bitten

Am 7. Dezember 1970 bat der damalige Bundeskanzler Willy Brandt mit seinem Kniefall am Ehrenmal für die Toten des Warschauer Gettos um Vergebung für die deutschen Verbrechen des Zweiten Weltkrieges.

Einen solchen Politiker suchen wir heute vergebens. Stattdessen wird der Rechtsradikalismus verniedlicht (wie der Präsident des Verfassungsschutzes Maaßen zu Chemnitz), erstarkt die rechtsradikale AfD immer mehr und bestimmt zunehmend die deutsche Politik, und wir erleben ein Wiedererstarken des Kalten Krieges, in dem es nur den Feind Russland gibt. Doch man sollte sich lieber mal an die eigene Nase fassen – da läuft genug ansteckender Schleim raus.

Auch und gerade die SPD beschmutzt ihren eigenen, ehemaligen Bundeskanzler. An einem solchen „Genossen“ (Willy Brandt konnte noch mit Fug und Recht so bezeichnet werden) kann sich heute kein Sozialdemokrat mehr messen. Aber man könnte ihn ja mal als Vorbild nehmen.

Zu seiner Armut stehen

Seit über zehn Jahren lebe ich unterhalb der Armutsgrenze – aktuell 20% darunter. Und während dieser ganzen Zeit gehe ich offen und ehrlich damit um. Armut gehört nun mal zu meinem Leben und lässt sich nicht außen vor halten. Das hat zwar den Nachteil, dass viele Menschen mich erst gar nicht oder nur eingeschränkt an ihrem Leben teilhaben lassen. Es hat andererseits den Vorteil, dass sich sehr früh die Spreu vom Weizen trennt.

Mit dieser misslichen Lage muss ich leben – ob ich will oder nicht. Und hier immer einen einigermaßen zufrieden stellenden Weg zu finden geht manchmal an die Grenze des Unmöglichen und ist nicht immer leicht auf die Reihe zu bekommen.

Ruhe genießen

Mein Leben als Rentner ist nicht anstrengend, ich habe viel Freizeit, ich lebe allein und kann in meiner Wohnung tun und lassen, was ich will. Außer meinen zwei wöchentlichen Ehreamtsterminen habe ich keinen Zeitdruck.

Nichtsdestototz spüre ich viel innere Unruhe, ich spüre den Druck von außen und ich spüre den Druck von Armut, obwohl es mir in diesem Punkt nicht ganz so schlecht geht. Ich muss Konflikte durchstehen und bearbeiten. Das alles erfordert viel Kraft und Energie, die ich wieder auftanken muss.

Ich brauche Zeiten des Rückzugs und der Ruhe. Stundenlanges Lesen, Spazierengehen, kein Radio hören kann ich sehr gut genießen. Und ein Mensch, der sich in Massen und unter vielen Menschen wohl fühlt, war ich noch nie.

Beredtes Schweigen

Vor vielen Jahren hat mir eine gute Bekannte vorgeschlagen, auf unserem nächsten Spaziergang gemeinsam zu schweigen. Ich habe mich nach einem kurzen Zögern darauf eingelassen. Wir sind durch die Natur gegangen und haben miteinander geschwiegen. Jeder hat seine Eindrücke aufgenommen.

Das Schweigen war jedoch ausschließlich sprachlicher Art. Da wir einen guten Draht zueinander hatten und sehr viel Sympathie füreinander, haben wir uns auf der gefühlsmäig-atmosphärischen Ebene ausgezeichnet unterhalten.

Ich hatte noch nie Angst vor schweigsamen Momenten. Mit dieser Erfahrung durfte ich leben und erleben, dass Kommunikation wesentlich mehr ist als der bloße Austausch mit Worten. Und Schweigen ist nicht immer mit Sprachlosigkeit gleich zu setzen.

Bücherwurm zeit meines Lebens

Schon in meiner Kindheit und frühen Jugend habe ich viel gelesen. Und ich muss im Nachhinein sagen, dass es viel zu viel war, weil ich nicht – wie andere Kinder – draußen gespielt, getobt und mich ausprobiert habe. Als ich damit anfing, war ich bereit so etwa vierzehn Jahre. Dennoch glaube ich, dass diese „verlorenen“ Jahre mich zu einem Bücherwurm gemacht haben.

In meiner Jugend waren es Sachbücher über Psychologie und artverwandte Themen. Heute bin ich weg von Sachbüchern und lese mit Vorliebe historische Romane, Thriller und Romane allgemein.

Ein Leben ohne Bücher kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Es ist auch etwas anderes als vor dem Bildschirm zu sitzen. Ein Buch in der Hand zu halten und die Seiten um zu blättern hat für mich schon etwas sehr Eigenes, das für mich unmittelbar zum Lesen gehört. Es macht für mich einen bedeutenden Unterschied, ob ich am Bildschirm etwas lese oder mich in ein Buch „vertiefe“.

Ähnliches gilt für mich auch für andere Druckerzeugnisse wie beispielsweise eine Zeitung oder eine Broschüre. In dieser Hinsicht bin ich tatsächlich konservativ und stolz darauf.

Fehler, die sich nicht mehr gut machen lassen

In meinem Leben habe ich schon viele Fehler gemacht und werde bestimmt noch so einige machen. Die meisten konnte ich wieder gut machen und werde das auch in Zukunft so können. Doch es gibt zwei Fehler, die ich nicht wieder gut machen konnte.

Der erste Fehler war der Abbruch meines Studiums nach dem ersten Staatsexamen für das Lehramt der Sekundarstufe 1. Auf den letztlich vorgeschobenen Grund möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen. Zwar habe ich einige Zeit später noch versucht, das zweite Staatsexamen zu machen. Das war aber nicht mehr möglich, weil ich noch nach der alten Prüfungsordnung studiert hatte – ich hätte neu nach der neuen Prüfungsordnung studieren müssen. Dazu fehlten mir die Lust und die Einsicht, dass sich diese Jahre eines erneuten Studiums langfristig gelohnt hätten.

Meine weit über zehnjährige Arbeitslosigkeit ist verschiedenen Gründen geschuldet und mit diesem Schicksal stand ich auch nicht alleine. Und hier kommt mein zweiter Fehler zum Tragen: Ich war so auf eine Stelle im kaufmännischen Bereich fest gelegt, dass ich verschlossen war gegenüber anderen Bereichen. So bin ich beispielsweise nie auf den Gedanken gekommen, etwas im sprachlichen Bereich zu versuchen. Die Möglichkeiten, mich in verschiedenen Bereichen zu versuchen, hatte ich durchaus. Bedauerlicherweise habe ich sie nicht genutzt.

Beide Fehler für sich genommen sind nicht so schlimm. Aber meine Erkenntnisse kamen viel zu spät. Nach meinem Rentenbeginn habe ich erfolglos noch etwa ein halbes Jahr versucht, wenigstens in eine 450-Euro-Stelle zu kommen.

Wie ich zum Nichtraucher wurde

In meiner Kindheit und frühen Jugend war mein Vater ein starker Raucher – Rothändle ohne Filter (schlimmer geht´s kaum noch!). Und leider hat er keine Rücksicht auf mich und meine Geschwister genommen.

Meine erste Brille bekam ich schon im Alter von zwei Jahren, weil ich sehr stark geschielt habe. Seit dieser Zeit hatte ich schnell Augenschmerzen, wenn in meiner Anwesenheit geraucht wurde. Ich habe mich bis heute nicht daran gewöhnt. Hinzu kommt, dass ich ebenfalls eine sehr empfindsame Nase habe gegen Zigaretten- und Zigarrenqualm.

Das heißt jedoch nicht, dass ich den Umgang mit Rauchern meide oder ablehne. Ich habe schon viele Raucher erlebt, für die es selbstverstänlich ist, auf mich nichtrauchenden Menschen Rücksicht zu nehmen. Ich lebte vierzehn Jahre mit einer Raucherin in einer Partnerschaft. Und meine Empfindsamkeit gegen Zigaretten spielte bei unserer Trennung keine Rolle.

Mit Toleranz und Rücksicht lassen sich auch unterschiedliche Vorstellungen und Lebensweisen unter einen Hut bringen.

 

 

Ich bin noch altmodisch

Technisch betrachtet bin ich vor etwa drei Jahren mit dem Kauf eines Smartphones „in der technischen Neuzeit“ angekommen. Aber ist so ein Smartphone mittlerweile nicht auch schon altmodisch?

Und obwohl ich meine Nachrichten hauptsächlich aus dem Internet beziehe, so lese ich dort nur Artikel, die nicht allzu lang sind. Auf dem Smartphone lese ich gar keine Artikel, weil der Smartphone-Bildschirm viel zu klein ist. Längere Nachrichten, die mir wichtig sind, lese ich zwar auch auf dem Laptop, aber mit mehreren Pausen. Ich habe in meinem Leben schon tausende von Büchern gelesen und lese sie immer noch mit viel Freude und Genuss. Um einen Lesestoff zu genießen bzw. wirklich in mich aufzunehmen, brauche ich immer noch die Zeitung oder das Buch in der Hand. Das vermittelt mir ein ganz eigenes Leseerlebnis, das ich nicht in Worte zu fassen vermag.

Wie sieht der Unterschied zwischen Lesen auf dem Desktop/Smartphone im Vergleich mit Druckerzeugnissen bei Euch aus? Ich wage es jetzt nicht, Euch zu fragen, welchen Raum bei Euch das Lesen von Büchern einnimmt.