Darf mein Blog parteiisch sein?

Mein Blog „Gerhards Gedankenbuch“ hat keinen journalistischen Anspruch. Dabei will ich mal die Frage außer acht lassen, ob journalistische Medien unparteiisch sein müssen und ob sie es letztlich sind bzw. sein können. Mein Blog schreibe ich aus meiner persönlichen Sicht, mit meinem persönlichen Hintergrund. Und ich habe ihn von Beginn an auch so angelegt – heißt es doch in der Unterzeile

Meine Gedanken zu den verschiedensten Themen des Lebens – engagiert, parteiisch, persönlich, authentisch und für Menschen, die sich eigene Gedanken machen.

Engagiert sind meine Artikel grundsätzlich, auch wenn der ein oder andere Artikel weniger gefühlsbeladen und mehr rational sein könnte.

Parteiisch sind sie, weil sie persönlich sind. Nicht jeder Mensch sieht und empfindet dieselben Geschehnisse (z.B. Arbeitslosigkeit, Armut, Konflikte, Sozialabbau usw.) identisch.

Auch sind meine Inhalte grundsätzlich authentisch. Das ändert nichts an der Tatsache, dass meine Wünsche im gelebten Leben nicht immer (so ganz) mit meinen geschriebenen Wünschen übereinstimmen. Das finde ich auch nicht schlimm, weil es wohl kaum einen Menschen gibt, bei dem Theorie und Praxis grundsätzlich übereinstimmen.

Ich denke, dass ich nicht immer auch die „andere Seite“ bei meinen Artikel sehen muss, wenn es manches Mal auch nicht ohne gehen mag. Ich will auch nicht „sachlich“ informieren, dazu dienen andere Medien. Ich möchte Menschen einladen, an meinen Gedanken teilzuhaben und mir ihre eigenen Gedanken in den Kommentaren mitzuteilen. Ich bin auch niemandem böse, der sich für meine Gedanken nicht interessiert – auch ich interesse mich für so Manches nicht.

Ich freuen mich über jeden Menschen, der an meinen Gedanken teilnimmt – unabhängig davon, ob er/sie sie kommentiert oder nicht.

Gefühle und Verstand

Ich bin oft ein sehr ungestümer Mensch, der mit seinen Gefühlen vorprescht und so manches Mal Menschen verletzt, die er gar nicht verletzen möchte. Und wenn ich dann nicht rechtzeitig meine Gefühle zurück fahre und meinen Kopf einschalte, kommt es unweigerlich zur Katastrophe.

Im Grunde halte ich mich für sehr friedliebend, aber in meinem Inneren lebt eine große Unruhe. Ich habe sehr schnell das Gefühl, nicht verstanden oder gar abgelehnt zu werden. Und ich weiß, dass es in solchen Situationen falsch ist, „aus der Haut“ zu fahren. Besser wäre es, stattdessen tief durch zu atmen und mich ruhig mit der abweichenden Meinung meines Gegenübers zu beschäftigen. Und auch wenn es zu keiner möglichst friedlichen Lösung kommen sollte – aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Gefühle anschließend immer noch „angenehmer“ sind als nach einem aggressiven Streit.

Welche Möglichkeiten sehe ich, meine innere Unruhe in eine gelassene Ruhe umzuarbeiten?
~ Der Weg wird steinig sein. In meinen 66 Jahren hat sich da schon sehr viel Geröll angesammelt.
~ Das böse Spiel, das ich hier oft spiele, ist mir vom Verstand her bewusst.
~ Immer wieder eine „Faust in der Tasche“ zu machen oder die „Zähne zusammenbeißen“ bringt weder kurz- noch langfristig eine Lösung (im Gegenteil!).
~ Langfristig bleibt mir nichts anderes, als beständig und hartnäckig darauf hin zu arbeiten, eine ausgewogene Kommunikation zwischen meinem Kopf und meinen Gefühlen zu verwirklichen.
~ Schwierig wird der Weg bis zu dieser ausgewogenen Kommunikation werden, weil mir als „Lösung“ nur die schon erwähnte „Faust in der Tasche“ einfallen und das „Zähne zusammenbeißen“.

Impressum

Dieses Blog ist die persönliche Internetseite von:

Gerhard Hallstein
Seydlitzstraße 7
42653 Solingen

Email: g-hallstein[at]posteo.de
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Sehnsucht nach Frieden

Haben diese Sehnsucht nicht die meisten von uns? Nach Frieden in der Welt, nach Frieden im eigenen Land, nach sozialem Frieden, nach nachbarschaftlichem Frieden. Bei diesen Sehnsüchten geht es um Frieden zwischen uns Menschen. Doch was ist mit dem Frieden in jedem von uns? Haben wir denn auch den persönlichen Frieden in uns, ohne den wir den „großen“ Frieden nicht überzeugend leben können?

Darf ich den „großen“ Frieden fordern, wenn in mir sehr viel Unfrieden ist? Unfrieden, mit dem ich oft auch andere Menschen verletze. Ich denke, dass ich es unter einer Voraussetzung darf: Wenn ich mir meines inneren Unfriedens bewusst bin und daran arbeite, ihn Schritt für Schritt in einen inneren, belastbaren Frieden zu führen. Das ist ein hartes Stück Arbeit, das leider und zugleich verständlicherweise nicht von heute auf morgen gelingen wird.

Oder darf man den „großen“ Frieden erst dann fordern, wenn man mit seinem persönlichen Frieden vollkommen im Reinen ist? Ich denke, in diesem Fall würden uns viele Menschen verloren gehen, die sich für den zwischenmenschlichen Frieden einsetzen.

Wie sehr Ihr das?

Zehn Jahre Gerhards Gedankenbuch

Am 31. August dieses Jahres wurde mein Gedankenbuch zehn Jahre.

Auf Grund meiner Themenauswahl und meiner Schreibe hatte ich nie sonderlich viele Besucher bzw. Leser. Hohe Besucherzahlen zu erreichen, war nie mein vorrangiges Ziel. Vielmehr war und ist es mir wichtig, hier Menschen zu begegnen, die sich mit meinen Gedanken beschäftigen – unabhängig davon, ob sie kommentieren oder nicht.

Falls Dich mein Gedankenbuch anspricht, würde ich mich darüber sehr freuen, wenn Du mir auch weiterhin folgen würdest – ob mit oder ohne Kommentar. Ich will allerdings auch nicht leugnen, dass ich mich über jeden Kommentar freue.

Schon seit geraumer Zeit bin ich mit meiner Themenauswahl im Umbruch: Ich mag mich nicht mehr zu politischen und sozialen Themen äußern, weil ich nicht erkennen kann, dass sich in diesem Bereich etwas zu mehr Menschlichkeit ändert. Und meine persönlichen Themen erörtere ich verstärkt im privaten Rahmen.

Dennoch werde ich mein Gedankenbuch auch in Zukunft pflegen. Vermutlich mit weniger Artikeln. Wie sich die Themen entwickeln werden, vermag ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht voraus zu sehen. Ein Punkt wird sein – so jedenfalls mein Plan – verstärkt über Positives zu berichten bzw. über positive Ansatzpunkte.

Zu späte Erkenntnis

Ich habe schon viel über meine langjährige Arbeitslosigkeit geschrieben und meine damit verbundenen Schwierigkeiten. Ein früheres Argument – meine Arbeitslosigkeit sei unverschuldet – halte ich nach wie vor aufrecht, aber mit einer selbstkritischen Einschränkung:

Leider bin ich erst nach meinem Berufsleben zu der Erkenntnis gekommen, dass mir mein Arbeitgeber allein durch sein Gehalt die Möglichkeit gegeben hat, dass ich finanziell einigermaßen gut leben kann. Es war nie viel, aber auf jeden Fall mehr als Arbeitslosengeld, Hartz IV und Grundsicherung.

Es ist eine Erkenntnis, die ich nicht wieder gerade rücken kann, weil ich nicht mehr im Berufsleben stehe. Ich will und werde jedoch versuchen, daraus zu lernen, mein Leben beweglicher zu gestalten.