20% unter der amtlichen Armutsschwelle

Wer aktuell nicht mehr als 969 Euro monatlich zur Verfügung hat, liegt unter der amtlichen Armutsgrenze. Sind 969 Euro im Monat schon „zu wenig um zu leben und zu viel um zu sterben“, so gibt es Menschen mit einem weitaus niedrigeren monatlichen Einkommen. So lebe beispielsweise ich zur Zeit 20% unter dieser Schwelle.  Da meine aktuelle Rente zusammen mit der Grundsicherung in derselben Höhe liegt wie seinerzeit bei Hartz IV, befinde (nicht nur) ich mich in einer Endlos-Armuts-Schleife, weil die jährliche Rentenerhöhung in voller Höhe von der Grundsicherung abgezogen wird. Und selbst sparsames haushalten, das zu einer Gutschrift bei der jährlichen Mietabrechnung führt, wird mir in vollem Umfang von der Grundsicherung abgezogen. Und von einer 450-Euro-Stelle darf ich genau so träumen wie von einer Stelle mit Aufwandsentschädigung.

Persönlich versuche ich, mit meiner Lage durch das Führen eines Haushaltsbuches besser klar zu kommen. Das bringt mir zwar keinen Cent mehr ein, aber einen guten Überblick über meine Ausgaben. Dieser Überblick hilft mir mehr, als ich es mir vor dem Führen des Haushaltsbuches erträumt hätte. Doch das alleine reicht nicht, weil ich auch meine Einstellung entsprechend anpassen muss. Und da habe ich meine Hochs und Tiefs. Und es gibt Menschen, die mich trotz meiner Armut nicht von Gemeinsamkeiten ausschließen.

Unter meinen Leserinnen und Lesern gibt es bestimmt auch den ein oder anderen, der von Armut betroffen ist. Und ich möchte Euch gerne fragen: Wie geht Ihr mit Eurer Situation um?

 

 

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Mein Abschied von WhatsApp

Es war ein langer Weg, bis dass ich mich entscheiden konnte, mich endgültig von WhatsApp zu verabschieden. WhatsApp ist immerhin bequeme Gewohnheit, und die Kontakte sind auch zu überzeugen. Bei meinen fünf betroffenen Kontakten war das die kleinste Schwierigkeit.

Mit meinen zwei wichtigsten Kontaken konnte ich mich mündlich verständigen können: Da beide den Kontakt über Telegram ablehnen, habe ich mich mit ihnen auf den Kompromiss Skype geeinigt. Das ist zwar ein Wechsel vom Teufel zu Belzebub, aber zumindest bin ich nicht mehr beim Teufel zu Besuch.

Den drei übrigen habe ich die folgende Email geschrieben:

Liebe . . .,

da WhatsApp/Facebook sehr viele Daten seiner Nutzer sammelt, habe ich mich entschlossen, mich von WhatsApp zu verabschieden (siehe u.a. hier: https://blog.wdr.de/digitalistan/kampf-gegen-whatsapp-reloaded-aus-nrw). Das ist für mich aber kein Abschied von Dir, weil ich auch auf anderen Kanälen erreichbar bin:
* über meine Email-Adresse
* über den Messenger Telegram (Infos siehe hier: https://telegram.org/faq/de)
* über Skype (schlankermensch).

Ich würde mich freuen, wenn mein Abschied von WhatsApp für Dich kein Abschied von mir wäre.

In diesem Sinne sende
ich Dir einen lieben Gruß
Gerhard

Auf Augenhöhe mit . . .

Müsste es nicht heißen Auf gleicher Augenhöhe mit? Doch lasse ich diese Genauigkeit an dieser Stelle außen vor, weil für mich beide Formulierungen dasselbe ausdrücken. Nicht mit jedem Menschen können wir uns auf gleicher Augenhöhe verständigen:

~ Mit dem Chef ist es in der Regel schwierig, weil im Beruf in der Regel ein Oben und Unten vorrangig ist. Zumindest erinnere ich mich so aus meinen Berufsjahren daran.
~ Auch mit Behörden ist eine Verständigung auf Augenhöhe mitunter schwierig. Das habe ich und erlebe ich glücklicherweise so gut wie gar nicht. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass ich bei sachlichem und kooperativem Umgang auch genau so behandelt werde.
~ Bei Beratung in einem Geschäft ist es von Vorteil, wenn man Fachkenntnisse von dem Produkt hat, das man kaufen möchte.
~ Am Leichtesten sollte es zwischen Menschen sein, die sich nahe stehen. Doch liegt hier die Betonung auf „sollte“. Denn Nähe macht auch verletzlich. Nicht immer versteht man den anderen so, wie er verstanden werden will. Und so manches Mal hilft das gesprochene Wort auch nicht weiter.

Es gibt nicht nur die gedanklich gleiche Augenhöhe, sondern auch die gefühlsmäßige. Nur wenn die Gefühle füreinander dieselben sind, kann es auch gedanklich zu einer Augenhöhe führen. Das sehe ich jedoch nur bei dem letzten Beispiel so. Bei den anderen bedarf es keiner übereinstimmenden Gefühle.

Für alle Beispiele sehe ich dieselben Voraussetzungen für eine erfolgreiche Verständigung: Zugewandtheit, Achtung, Sachlichkeit, Geduld.

Meine Wohnung ist mein Zufluchtsort

An vielen Orten kann ich mich wohl fühlen – sei es im Urlaub, sei es in der Wohnung von Freunden oder bei einem Seminar mit Übernachtung. Und wenn ich mit lieben Menschen zusammen bin, gibt es nichts Schöneres. Weniger schön empfinde ich es, wenn ich allein dort bin.

Auch wenn ich von solchen Orten mit Wehmut wieder nach Hause fahre (obwohl ich es im Grunde noch gar nicht will), so fühle ich mich nach meiner Rückkehr wieder weitaus mehr zu Hause als sonst wo: das Gefühl von Angekommensein, das Gefühl von Sicherheit und der Möglichkeit des Rückzugs, das Gefühl meiner persönlichen „Höhle“, das Gefühl, das hier ist mein Zuhause, meine vier Wände, mein Freiraum. In diese Höhle kann ich mich zurück ziehen, wenn ich mich für mich allein brauche.

Und seit der Renovierung meiner Wohnung vor zwei Jahren – davor war mein Wohnungspflege ziemlich schludrig – ist meine Wohnung auch mein kleines Schloss, meine bescheidene Burg.

Ein Dankeschön an einen treuen Leser

Vor etwas mehr als vier Jahren hat mir mein Bloggerkollege Mike Speier auf seinem Blog dieses Dankeschön an einen treuen Leser gewidmet. Darüber habe ich mich sehr gefreut und ich freue mich auch heute noch darüber, weil Blogs von Kommunikation leben – Kommunikation = Kommentaren. Darum möchte ich den folgenden Auszug aus dieser Widmung hier zitieren:

Mach bitte weiter so, sonst würde etwas auf meinem Castle fehlen!

Und um ehrlich zu sein: Mir fehlen Eure Kommentare auf meinem Blog.

Seine Urkunde für mich:

Urkunde.png

Mein erstes Müsli

Vor sehr vielen Jahren habe ich regelmäßig und gerne Müsli gegessen. Irgendwann hat es mir nicht mehr geschmeckt. Jetzt habe ich es wieder für mich entdeckt. Mein erstes Müsli bestand aus den folgenden Zutaten:

Joghurt
klein geschnittener Apfel
Milch

Wer findet den Fehler?
Mir hat das Müsli geschmeckt und darum ist mir der Fehler erst Stunden später aufgefallen, als ich die noch ungeöffnete Tüte Müsli im Schrank sah.

Ein toller Lehrer

Während meiner Gymnasialzeit hatte ich über mehrere Jahre einen Klassenlehrer, den ich nicht nur fachlich sehr geschätzt habe, sondern vor allem auch menschlich. Er verfügte über eine Sozialkompetenz und Fairness, die ich in jenen Jahren bei den meisten Lehrern vermisst habe.

Dank seiner Sozialkompetenz stimmten seine Worte grundsätzlich mit seinen Taten überein. Er war sehr geduldig und tolerant. Wenn ich mal wieder zu vorlaut gewesen war und er mir mit Nachdruck Konsequenzen androhte, wenn ich nicht aufhören würde, habe ich aufgehört, weil ich wusste, dass er seinen Worten Taten folgen lassen würde.

In jener Zeit war ich ein schwieriger Schüler. Irgendwann beschloss dann die Lehrerkonferenz, dass es besser sei, mich von der Schule zu nehmen und beauftragten meinen Klassenlehrer, das meinen Eltern zu empfehlen. Diesem Beschluss ist er auf eigene Verantwortung nicht nachgekommen, weil er fest davon überzeugt war, dass es das „Allerschlechteste“ für mich gewesen wäre, mich von der Schule zu nehmen.

Erst Jahre später hat mir dieser Klassenlehrer bei anderer Gelegenheit davon erzählt. Und ich war ihm sehr dankbar für seine Tat. Denn ich spürte sehr deutlich, dass er eine ausgeprägt menschliche Entscheidung getroffen hatte, weil allein bei dem Gedanken an einen Schulwechsel mein Herz in die Hoste rutschte.

Glücklichsein in Armut?

Viele Jahre habe ich mein fehlendes Glück auf meine Arbeitslosigkeit geschoben. Diese Jahre bedeuteten (und bedeuten heute noch) ein Leben unterhalb der Armutsgrenze. Ich kann mir materiell herzlich wenig leisten, um nur Kultur, Reisen und Essen gehen zu erwähnen. Es hat lange – im Grunde genommen viel zu lange – gedauert, bis dass ich erkannt habe, dass Glücklichsein wesentlich mit inneren Werten zu tun hat und mit Menschen, die mir zugetan sind:

~ Die Menschen, die ich ehrenamtlich betreue, geben mir immer wieder ihre Anerkennung und Dankbarkeit und ihre Lebenserfahrungen.
~ Ich habe einige wenige Freunde, auf die ich mich verlassen kann.
~ In fast zwei Jahrzehnten habe ich lernen müssen, dass Glücklichsein auch in Armut möglich ist. Und das bedeutet häufig auch Kämpfen.
~ Ich habe viele Lebenskrisen gemeistert.
~ Ich habe eine schöne Wohnung.
~ Ich bin schuldenfrei.
~ Ich kann mir den kleinen Luxus einer täglichen Tasse Kaffee und hin und wieder eines Stücks Torte in einem Café gönnen.

Meine finanzielle Lage wird sich auf absehbare Zeit nicht verändern: die jährliche Rentenerhöhung wird zu 100% mit meiner Grundsicherung verrechnet. Und die Suche nach einer geringfügigen Beschäftigung habe ich aufgeben müssen.

Darum versuche ich, mein Denken zunehmend darauf auszurichten, das Negative immer weiter in den Hintergrund treten zu lassen und das Positive immer weiter in den Vordergrund zu holen.