Oma und Opa

In den Geschichten, die ich meinen Bewohnerinnen und Bewohnern im Altenheim vorlese, sind häufig Geschichten von Oma und Opa – liebenswerten Menschen, die von ihren Enkeln über alles geliebt und geschätzt werden, weil sie ihnen so viel mit auf ihren Lebensweg geben.

Hattet Ihr auch eine solch tolle Oma, einen solch tollen Opa?

Meine Oma war eine verbitterte Frau, die ich gar nicht mochte. Ihre Verbitterung war aber auch nicht verwunderlich, weil sie in der Nachkriegszeit alleine drei Kinder ins Leben zu begleiten hatte. Meinen Opa habe ich sehr gerne gemocht. Ich werde nie vergessen, dass er mir meine erste Gießkanne geschenkt hat. Leider verstarb er zu früh. Ich glaube, ich war erst fünf Jahre jung.

Gefühle in Worte fassen

Regelmäßige Leser meines Gedankenbuchs wissen, dass ich häufig über meine Gefühle schreibe. Das fällt mir oft nicht leicht, weil ich manches Mal nicht weiß, wie ich meine Gefühle in verständliche Worte kleiden kann. Schließlich möchte ich, dass Jeder versteht, wovon ich schreibe. Das ist mir in allererster Linie wichtig. Zweitrangig ist mir, ob meine Leser meine Gefühle gefühlsmaßig für sich nachvollziehen können.

Ich möchte niemanden davon überzeugen, dass meine Gefühle – so wie ich sie empfinde und lebe – annehmbar sind. Das sind sie nämlich oft nicht. Und sie sind oft auch widersprüchlich. Doch gehört das nicht auch zum Leben? Es mag Menschen geben, die ihre Gefühle grundsätzlich „im Griff“ haben. Ich bin überzeugt, dass diese Menschen entweder ihre Gefühle verdrängen oder wissen, sie ihre Gefühle mit ihren Gedanken in Übereinstimmung bringen können. Diese Menschen verfügen über einen wertvollen Schatz.

Es ist für mich auch immer wieder eine Herausforderung, meine Gefühle sachlich rüber zu bringen. Das ist meines Erachtens die Voraussetzung dafür, dass ich verstanden werde (siehe oben).

WhatsApp: Abschied und Rückmeldungen

Am 1. Februar habe ich mich von WhatsApp getrennt und das meinen WhatsApp-Kontakten mitgeteilt. Die aktuellen Kontaktmöglichkeiten habe ich nochmals genannt und mit meinem Wunsch verbunden, dass wir in Verbindung bleiben.

Hier einige Rückmeldungen (von neun angeschriebenen Kontakten):

schade, dass Du nicht mehr bei whatsapp bist. Hast Du keine guten Erfahrungen gemacht?

Weitere Rückmeldungen hat es nicht gegeben. Es gab auch niemanden, der mich mit einem Telegram- oder Signal-Konto überrascht hat.

Im Grunde genommen ist der Abschied von WhatsApp gar nicht schwer, wenn Du damit leben kannst, dass einige WhatsApp-Kontakte mit Dir nicht mehr in Verbindung bleiben wollen – zumindest nicht über einen Messenger.

 

 

 

Mit Namen ansprechen

Ich finde es immer angenehm, wenn ich mit meinem Namen angesprochen werde. Das ist immer noch – auf jeden Fall für mich – ein Stück wohltuender als ein  Gespräch, das harmonisch verläuft, in dem aber mein Name nie genannt wird.

Auch ich halte es so, dass ich mich grundsätzlich bemühe, meine Mitmenschen auch mit deren Name anzusprechen. Der eigene Name ist mehr als nur die Zusammensetzung von verschiedenen Buchstaben – er ist der sprachliche Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.

Verlorene Lebenskämpfe

Was ist ein Sieg und was ist eine Niederlage im Leben? Was für den einen eine Niederlage ist, kann für den anderen ein Sieg sein. Und was für den einen ein Sieg ist, kann für den anderen eine Niederlage sein. Die Menschen sind nun mal so vielfältig, dass man sehr viel Toleranz, Verständnis und Einfühlungsvermögen braucht, um andere Menschen so anzunehmen, wie sie sind. Und das gilt ebenso sich selbst gegenüber. Deshalb mögen meine verlorenen Lebenskämpfe bei jedem unterschiedliche Gefühle und Gedanken wecken. Für mich sind sie Niederlagen und sie mit 68 Jahren noch als Chancen für Veränderung zu sehen, fällt mir schwer.

Im Wesentlichen sind es zwei Ereignisse, in denen ich mich als Verlierer fühle:
~ Es ist mir über zehn Jahre nicht gelungen, beruflich wieder Fuß zu fassen. Ich habe immer gedacht, ich hätte viel getan, muss im Nachhinein zugeben, dass ich nicht alles ausgereizt habe.
~ Es ist mir nicht gelungen, eine beständige Partnerschaft aufzubauen und zu pflegen. Für mich persönlich eine Enttäuschung.

Mittlerweile glaube ich, dass ich zu diesen Ereignissen wohl nie den Abstand finden werde, der nötig ist, um sie sachlich und ruhig zu betrachten. Dafür wirken sie zu stark in mein Leben hinein.

Fast 75 Jahre ohne Krieg

Seit nahezu 75 Jahren leben wir ohne Krieg. Das ist eine sehr lange Zeit, und ich bin glücklich, in dieser Zeit leben zu dürfen. In meiner ehrenamtlichen Arbeit wird mir das immer wieder vor Augen geführt. Ich arbeite mit Menschen, die ausnahnslos zumindest die letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs erlebt haben und am Wiederaufbau des durch die Nazis zerstörten Deutschland mitgewirkt haben. Und trotz dieser schlimmen und einschneidenden Erfahrungen sind die meisten heute zufriedene Menschen.

Das muss ich mir immer wieder in Erinnerung rufen, wenn ich mal wieder nur schlecht unter meiner durch weit über 10 Jahre währenden Arbeitslosigkeit erzeugten Armut leide. Im Vergleich mit den Erfahrungen dieser älteren Menschen sollte ich mit meinem jetzigen Leben zufrieden sein:
• Ich habe eine Wohnung,  die ich mir „leisten“ kann.
• Auch wenn ich trotz Rente und Grundsicherung 20% unter der amtlichen Armutsgrenze leben muss, habe ich gelernt, nicht von der Hand in den Mund zu leben. Die tägliche Tasse Kaffee in meinem Café gönne ich mir einfach.
• Ich kann mich auf die Straße wagen, ohne Angst haben zu müssen vor Fliegerangriffen.

Einen Hinweis möchte ich abschließend nicht außen vorlassen: Wir leben seit fast 75 Jahren ohne Krieg – aber ist der beständige Sozialabbau, der Abbau von Arbeitnehmerrechten und der zunehmende Rassismus in unserem Land nicht auch Krieg?

Verletzungen, die keine Verletzungen sind

Obwohl schon viele Monate ins Land gegangen sind, verspüre ich immer noch Verletzungen, die mir meine ehemalige Partnerin zugefügt hat. Doch die Verantwortung dafür auf sie abzuwälzen, wäre unfair. Und nicht nur das, ich würde es mir so auch verdammt einfach machen.

Worin liegt nun mein eigene Verantwortung?
Es war mir letztlich nicht möglich, einen gemeinsamen Kommunikationsstil einzubringen und stressfrei zu leben. Das hat mich dann veranlasst, mir mein Unvermögen einzugestehen und die Partnerschaft zu verlassen.

Den Anteil meiner ehemaligen Partnerin muss sie mit sich ausmachen. Ich will hier nichts miteinander vermengen und spreche daher ausschließlich von meiner eigenen Verantwortung.

 

Ein Jahr später

Meine letzte Trennung ist jetzt ein Jahr her. Es war die erste Trennung ohne Streit. Wir sehen uns immer noch und der Abstand macht es einfacher, miteinander umzugehen. Doch hin und wieder denke ich auch, ob es nicht vielleicht besser gewesen wäre, wir hätten uns getrennt, ohne den Kontakt fort zu führen – eine Frage, die sich verbindlich nicht beantworten lässt.

Bei einer endgültigen Trennung lassen sich die Verletzungen nach dem Motto „Die Zeit heilt alte Wunden“ leichter wegpacken als wenn man den Kontakt aufrecht erhält. Doch hat dieses Aufflackern alter Wunden auch den Vorteil, dass ich sie nicht so leicht verdrängen kann, sondern dass ich mich mit ihnen auseinander setzen muss und auch will. Das geht jedoch nicht gemeinsam, sondern das muss ich für mich alleine „im stillen Kämmerlein“ machen. Das ist manchmal ganz schön schwierig, weil ich ja auch vollkommen ehrlich mit mir selbst sein will.

Ich bereue auch heute nicht, dass die Trennung friedlich vonstatten ging und der Kontakt erhalten geblieben ist. Mal schauen, was sich dieses Jahr so entwickelt.

 

 

Eine (nicht zu) späte Einsicht

Ich hatte eine lange Zeit, in der ich bei jeder (vermeintlichen) Verletzung sofort gnadenlos zurück geschlagen und damit manch eine Beziehung unnötig belastet oder zerstört habe. Heute versuche ich, durch zu atmen, auf den Teppich zu kommen und für mich zu überlegen, warum ich mich verletzt fühle. In der Regel liegen die Ursachen in mir selbst (und nicht in meinem Gegenüber).

Ein wenig Statistik

Im vergangenen Jahr habe ich in meinem Gedankenbuch insgesamt 54 Beiträge geschrieben und insgesamt 12 Kommentare erhalten. Das ergibt durchschnittlich 0,2 Kommentare pro Beitrag. Allerdings kann ich nicht nachvollziehen, wie das System auf diesen Wert kommt.

Im gesamten Zeitraum habe ich insgesamt 909 Beiträge geschrieben und hatte 42.908 Besucher.

Fehlt (einem von euch) eine Angabe?