Freundschaft und Liebe

Was bedeuten die Begriffe Freundschaft und Liebe für Euch ganz persönlich – will sagen: ohne sie in irgendeinem Lexikon nachzuschlagen? In welchen Bereichen grenzen sich Freundschaft und Liebe aus Eurer ganz persönlichen Sicht voneinander ab?

Nun habt Ihr natürlich ein Recht darauf, dass ich diese Fragen ebenfalls aus meiner ganz persönlichen Sicht beantworte. Ich kann es aber nicht, weil mir schon zu häufig signalisiert und gesagt wurde, dass ich meine Ansprüche zwar an andere stellen, aber selbst nicht leben würde.

Eigentlich bin ich . . .

. . . zufrieden, weil ich eine schöne Wohnung habe.
. . . zufrieden, weil ich in einer ruhigen und Natur nahen Gegend lebe.
. . . zufrieden, weil ich noch sehr gesund bin.
. . . zufrieden, weil ich viel Zeit habe.
. . . zufrieden, weil ich trotz meiner Armut nicht wirklich arm bin.
. . . zufrieden, weil ich nicht hungern muss.
. . . zufrieden, weil ich ältere Menschen mit meinen ehrenamtlichen Tätigkeiten immer wieder beglücken kann.

Wenn da doch bloß nicht der „kleine Mann im Ohr“ wäre, der immer wieder versucht, mir diese Zufriedenheit zu nehmen . . .

Wenn Kommunikation mangelhaft ist

Ein mangelnder Austausch in einer Gruppe kann zu unliebsamen Auseinandersetzungen oder gar zu Streit führen. So geht mir derzeit immer wieder eine Erinnerung aus meiner Jugend durch den Kopf.

Weil mir meine Eltern für meinen Antrag auf Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetzt (Bafög) nicht die entsprechenden Angaben in dem Vordruck machen wollten, bin ich den „offiziellen“ Weg gegangen. Wie sich im Nachhinein heraus stellte, war das völlig überflüssig, weil es eine Absprache zwischen dem Leiter des Amtes für Ausbildungsförderung und meinen Eltern gabe, dass er sich unmittelbar darum kümmern würde. Das Ausschöpfen seiner Kompetenzen war somit nicht mehr möglich. Die Folge: Meine Eltern mussten Kosten tragen, die ihnen hätten erspart bleiben können, und der Zwist zwischen meinen Eltern und mir wurde vertieft.

Hätten meine Eltern mich über diese Absprache informiert, wäre ich doch nie und nimmer den „offiziellen“ Weg gegangen. Doch Austausch war in unserer Familie bedauerlicherweise ein Fremdwort.

Heutzutage bemühe ich mich, solche Fehler zu vermeiden – gelingt aber auch nicht immer . . .

Was ist für Euch das Herzstück von Freundschaft?

Ist es die Häufigkeit von realen bzw. virtuellen Kontakten? Sind es Gespräche? Ist es die absolute gegenseitige Ehrlichkeit? Ist es die Dauer von realen Gemeinsamkeiten? Sind es die Bereitschaft und die Fähigkeit, füreinander da zu sein? Ist es das gegenseitige Vertrauen, das auch über längere Zeiträume nicht verloren geht, in denen man sich nicht sieht? Ist die Voraussetzung von Freundschaft, auf „gleicher Augenhöhe“ zu sein – sprich: keiner fühlt sich als Lehrer und keiner als Schüler?

Ich habe mal versucht, mir auf Wikipedia mehr Klarheit zu verschaffen, habe aber festgestellt, dass Freundschaft sehr viele Erscheinungs- und Lebensformen hat.

Meine Frage an Euch kann ich für mich nicht klar beantworten. Zur Zeit lebe ich da sehr im Zweifel. Über Eure Ansichten in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen – unabhängig davon, ob Ihr klare, unklare oder zweifelnde Ansichten habt.

Sparen

Landauf und landab wird vom Sparen gesprochen, ohne diesen Begriff zu hinterfragen. Denn Sparen kann nicht jeder:

  • Menschen, die genügend Geld haben, um sich ihr Leben ohne Einschränkungen zu gestalten, können sehr wohl sparen. Sparen im Sinne von Rücklagen bilden – wofür auch immer.

  • Menschen, die auf soziale Leistungen angewiesen sind, haben nicht genügend finanziellen Spielraum, ihr Leben ohne Einschränkung zu gestalten. Sie können nicht sparen. Für diese Menschen bedeutet Sparen, sich Einschränkungen aufzuerlegen – auch wenn sie sich kaum ein Monatsticket leisten können oder sogar hungern müssen.

Das gute und das schlechte Gedächtnis

Ich kenne Menschen mit einem tollen Gedächtnis. Sie können sich teilweise noch genau daran erinnern, wann sie oder andere etwas gemacht oder was sie gesagt haben. Menschen mit einem schlechten Gedächtnis kenne ich kaum – vermutlich sind sie mir in dieser Hinsicht näher. Wenn ich mir mein Leben rückwärts anschaue, konnte ich schon immer verhältnismäßig gut meinen Verstand einsetzen. Aber Dinge, Gesagtes, Gelesenes, Gehörtes im Gedächtnis behalten – . . .

Die meisten Menschen in meinem Leben verfügen über ein gutes Gedächtnis. Dazu gehörten in aller erster Linie meine jeweiligen Partnerinnen. Das konnte und kann ich auch anerkennen, leider aber nur theoretisch, weil ich immer wieder in den Streitmodus verfalle, wenn ich etwas anders in Erinnerung habe als mein Gegenüber. Dann kämpfe ich verbissen um meine (in der Regel falsche) Erinnerung. Und dieser Starrsinn führt dann zu Streit und in der Folge ist es dann eine schwierige Aufgabe, sich wieder zu versöhnen.

In der Theorie bin ich da eine sehr kluger Mensch: Das bessere Gedächtnis meines Gegenübers akzeptieren und mir sagen „Sie erinnert sich nun mal besser“. Denn es zeigt sich mir immer wieder, dass es besser ist, eine andere Erinnerung anzunehmen als auf Teufel komm raus Recht behalten zu wollen.

Theorie und Praxis, Gedanken und Taten – wer von uns weiß nicht aus eigener Erfahrung, wie widerstreitend und gegensätzlich Beide mitunter sein können.

Aufgaben im Leben

Tag für Tag bewusst leben und Tag für Tag so zu leben, als wäre es der letzte Tag des Lebens. Sich täglich darüber klar sein, wo man steht, wo man stehen bleiben und wo man weiterkommen will. Und sich von seinen Aufgaben nicht überrollen lassen und täglich trotz aller Widrigkeiten Freude im und Spaß am Leben zu empfinden. Gar nicht so einfach – wage ich hier mal zu behaupten.

~ Ist nicht jeder von uns auch ein Stück Egoist? Wo ist dieser Egoismus gesund und wo ist er schädlich oder gar krank?
~ Wer kann von sich ruhigen Gewissens behaupten, kritikfähig zu sein? Wer kann von sich ruhigen Gewissens behaupten, sachlich und einfühlsam kritisieren zu können?
~ Wer gibt seinen Mitmenschen immer die Rückmeldungen, die für ein konstruktives und flüssiges Gespräch nötig sind?
~ Wer verfügt über so viel inneren Frieden, dass er in (fast) jeder Situation die „Ruhe in Person“ bleiben kann?
~ Wer schafft es grundsätzlich, Gefühle und Verstand immer in ein harmonisches Gleichgewicht zu bringen?

Alle seine „Fehler“ verändern zu wollen würde genau so ins Leere führen wie das Bestreben, perfekt sein zu wollen bzw. zu müssen. Meines Erachtens ist die Kunst, seine „Fehler“ anzunehmen und sie so in sein Leben einzugliedern, dass man selbst keinen Schaden nimmt und möglichst auch keine wichtigen Mitmenschen.

 

Das Unveränderliche annehmen

Verschiedentlich habe ich hier schon von meinen Versuchen berichtet, mich endgültig von WhatsApp zu verabschieden (z.B. hier und hier). Das ist mir leider nicht gelungen. Nach meinem letzten Versuch habe ich mich entschlossen, zusätzlich zu Telegram und zu Threema wieder WhatsApp zu nutzen. Erklären kann ich das nur mit den folgenden Worten:

Ich habe das Handtuch geworfen:
~ Bis auf die Kontakte, die ohnehin Telegram schon nutzen, haben sich leider alle geweigert, sich einen zusätzlichen Messenger zu installieren.
~ Ich will mir diese „Diskussion“ bei neuen Kontakten nicht mehr antun: Entweder sind sie bereit für einen alternativen Messenger oder nicht. Im letzten Fall bleibt es dann eben bei WhatsApp 😞.

In einem Kommentar auf Diaspora hat ein Leser geschrieben, dass die Nichtnutzung von WhatsApp teilweise mit sozialer Ausgrenzung „geahndet“ wird. Ganz so schlimm war es nicht, aber mein Gefühl ging in diese Richtung.

Ich stelle mir auch immer wieder die Frage: Womit gebe ich mehr Privatsphäre preis – mit meinem Blog „Gerhards Gedankenbuch“ oder mit meinen WhatsApp-Nachrichten?

Warum mein Gedankenbuch einseitig ist

Im Grunde sollte das selbstverständlich sein, weil es Gerhards Gedankenbuch heißt. Sprich: Die dort geäußerten Meinungen zu persönlichen und sozialen Fragen stellen meine persönlichen Meinungen und Wahrnehmungen dar. Darum heißt es auch in der Unterzeile

Meine Gedanken zu den verschiedensten Themen des Lebens – engagiert, parteiisch, persönlich, authentisch und für Menschen, die sich eigene Gedanken machen.

Ohne diese klare Ausrichtung bräuchte ich kein Blog zu schreiben. Ich will auch nicht bekehren, sondern meinen bescheidenen Beitrag leisten zu den vielfältigen Wahrnehmungen und Meinungen der Menschen auf unserer Mutter Erde.

 

Abrüsten statt Aufrüsten!

Abrüsten statt aufrüsten – Verbot der Atomwaffen! Für ein Europa des Friedens! Unter diesem Motto finden und fanden die Ostermärsche 2019 statt. Nach Jahrzehnten politischer Inaktivität habe ich die Ostermärsche zum Anlass genommen, politisch wieder – zumindest auf diesem Weg – ein wenig aktiv zu werden. In meiner Jugend war ich politisch sehr engagiert – friedenspolitisch, kulturpolitisch, gewerkschaftspolitisch, studentenpolitisch, parteipolitisch.

Über die Gründe meines Rückzugs aus der aktiven Politik habe ich hier geschrieben.

Auch nach sieben Jahren haben ich diesen Worten nichts hinzuzufügen.